Rundbriefe

Esmoraca, im September 2019
Liebe Missionsfreunde
Inzwischen läuft das Internet gut bei uns, was mir auch E-Post Briefe erlaubt. Einige durften sich schon über von der Bundespost in Deutschland verschickte Dankesbriefe freuen.. Der Pfarrtoyo war die letzten Wochen sehr im Einsatz, was eben mit den Pfarraktivitäten zusammenhing.
Schon seit Wochen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass unser Potosiner Bischof, auch Präsident der Bolivianischen Bischofskonferenz und mit weiteren Pöstchen bei CELAM, zu höherem berufen sei, seine Tage bei uns gezählt sind. Als ich dann läuten hörte, dass Mons. Ricardo zu Ehren des Apostels Jakobus in Villazón weile, habe ich ihn sofort angerufen, zum Kommen überzeugt, unseren Pfarrtoyo nach Villazón geschickt, ja, und am Abend war er dann auch in Esmoraca. Das Ganze hatte natürlich nichts mit Entführung zu tun. Zwischenzeitlich wurden bei uns Gläubige zusammengetrommelt und am folgenden Tag ging es nach Casa Grande, wo die Kapelle gesegnet und der Altar konsakriert wurde, versteht sich bei supervollem Haus. Nach dem Gottesdienst wurde der Bischof nach einem kleinen Imbiss sofort nach Villazón zurückgefahren, fuhr dann selber noch nach Potosí weiter und war am folgenden Tag bereits in La Paz. Also, die Gelegenheit war beim Schopf gepackt worden. Die recht schöne Liturgie begann damit, dass der Bischof dreimal mit einem Hämmerchen gegen die Kirchtüre klopft, eingelassen wurde, Gläubige und Kircheninneres mit Weihwasser reinigte. Dann folgte die Allerheiligenlitanei und der feste Altar wurde mit Chrisam gesalbt. Nach den dem Bischof vorbehaltenen Ritualen durfte ich als “Hilfsliturge“ unter dem strengen Blick des Chefs die Sache fertig machen. Schliesslich kam Weihrauch drauf.

Die recht schöne Liturgie begann damit, dass der Bischof dreimal mit einem Hämmerchen gegen die Kirchtüre klopft, eingelassen wurde
Die recht schöne Liturgie begann damit, dass der Bischof dreimal mit einem Hämmerchen gegen die Kirchtüre klopft, eingelassen wurde
Nach den dem Bischof vorbehaltenen Ritualen durfte ich als “Hilfsliturge“ unter dem strengen Blick des Chefs die Sache fertig machen.
Nach den dem Bischof vorbehaltenen Ritualen durfte ich als “Hilfsliturge“ unter dem strengen Blick des Chefs die Sache fertig machen.
Kirchturm und Sakristei sollen jetzt in der wärmeren Jahreszeit bis Weihnachten noch fertiggestellt werden, bei Minusgraden konnte man ja nicht mit Zement arbeiten. Heute waren drei meiner jungen Arbeiter in einem Minenstollen, um mineralhaltiges Gestein für den Blitzableiter zu holen; eine Knochenarbeit meinten sie. 

Meine Missionsarbeit hier hat in Deutschland Gott sei Dank ja einen großen Freundeskreis, von dem der eine oder andere aber auch einmal hier vorbeischaut. Diesmal war der Dekan von Konstanz, wir sind beide Weihekollegen und von unserem Kurs fast die einzigen noch im Dienst, dran. Nach dem Besuch seiner Partnergemeinde in Perú schaute er mit seinen beiden Oberministranten noch in Esmoraca vorbei. Ich “schleppte” die drei natürlich nach Casa Grande zu einem Picknick mit den dortigen Arbeitern und zu einem ländlichen Gottesdienst in ein Andental nach Cienega. Unvergesslich werden ihnen die holprigen kurvenreichen Erdpisten bleiben.  

Der Dekan von Konstanz mit seinen Oberministranten zu Besuch
Der Dekan von Konstanz mit seinen Oberministranten zu Besuch
Allen Förderen meiner Missionsarbeit möchte ich so an dieser Stelle wieder ein herzliches Vergelt´s Gott sagen. Wir konnten zusammen hier schon so einiges auf die Beine stellen. Und meine Projekte schaffen eben auch Arbeitsplätze, was eine Pfarrei lebendig und partizipativ macht. Viel Geld verschlingt bei uns die Unterhaltung des Pfarrtoyos. Doch ohne diesen liefe hier nichts. Mit den Patenkindern des diesjährigen Abi-Jahrganges läuft es diesmal anders, vier der Schülerinnen sind bereits Mamis, was Ausflüge etc. erschwert. Von den Jungs sind einige Papis. Meist auf sich alleine gestellte Jugendliche suchen sich eben anderweitig Nestwärme.
Erkältungen hatten von Juni bis August das Pfarrhaus voll im Griff gehalten. Hörte einer zu husten auf, fuhr der andere fort. Eine so harte Grippe habe ich hier noch nie erlebt. Im kommenden Jahr werden Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Bad mit Styropor isoliert, sowie neue elektrische Heizöffchen angeschafft. Ich habe nicht vor, nochmals den Winter durchzufrieren.

Mit dem Pflug, ein Ochs fehlt eben
Mit dem Pflug, ein Ochs fehlt eben
Trotz Minusgraden im Morgengrauen werden Blumen und Gemüse im Gewächshaus gesät, es ist mein Hobby und eine ABM für die Ministranten sowie weitere Jugendliche in der Pfarrei. So ein Aufstocken des Taschengeldes erfreut ja alle. Zudem kommt auch was für die Pfarrfinanzen rein. Wir haben ja neben Deutschland sonst wenig Eigeneinahmen in Form von Messintensionen.  

 
„Con saludos cordiales“ und in Dankbarkeit Euer P. Dietmar Krämer.

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P. Dietmar Krämer, Casilla 194 Tupiza Bolivien
(muss die Post allerdings in Potosí abholen)

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